Aktivitäten

Besuch bei  einer Übung der Spéléo Secours Francaise Alsace

Aufgrund der ersten gemeinsamen Übung mit den Kollegen der Elsässer Höhlenrettung hat sich der Kontakt zwischen ihnen und uns, den Maltesern, schon etwas gefestigt. So wurde eine Delegation von uns zu einer zweitägigen Übung der Spéléo Secours eingeladen.Mundloch des Bergwerks und Materiallager

Während die Franzosen schon am Freitag abend mit ihrem Aufbau begonnen hatten, trafen wir am Samstag vormittag ein. In einem steilen Waldstück bei St. Marie aux Mines befindet sich ein Bergwerkslehrpfad. Ein Teil dieses Lehrpfades ist die Grube "Gottesgab". Hier fand die Übung statt.
Übungsannahme war, dass hinter dem Versturz, der etwa 15 Meter hinter dem Eingang den Weg versperrt, eine PersonAbtransport des Aushubs eingeschlossen war. Nun ging es darum, den Versturz zu räumen, wobei sämtliche Sicherheitsmaßstäbe beachtet wurden.
Da das besagte Bergwerk auch über Schachtteile verfügt, ist es Ziel der elsässer Höhlenrettergruppe, diesen Eingang zu öffnen, um dann das gesamte Bergwerk als Ausbildungsstätte nutzen zu können. Ein 80 Meter tiefer Schacht ist schon freigeräumt. Am Eingang arbeiteten die Retter nun schon das vierte Wochenende.

Zwischen die Versturzmasse und die oben drüber liegenden alten Holzverbauten wurde eine Metallplatte gerüttelt, anschließend abgestützt und der Versturz geräumt. Dann wurde die Platte mit Hilfe eines Hydraulikhebers etwas angehoben und schliesslich mit neuen, massiven Holzverbauten für die Zukunft gesichert.Befahrung der hinteren Bergwerksteile

Während die französischen Kollegen im Schichtdienst mit einer beeindruckenden Motivation arbeiteten, hatten wir das Glück, mit einem Führer den 80- Meter- Schacht  besuchen zu können.

Nach der Tour halfen wir, wo es eben ging.

Nach einem gemütlichen Abendmahl mit Merguez, Wein undweiteren Köstlichkeiten, ging tatsächlich noch eine Schicht, begleitet von Marcel und Jan-Henning, um bis morgens um ca. 01:30 Uhr weiterarbeiten. Nach kurzer Nachtruhe begann die erste Schicht wieder um 05:00 Uhr, ein von uns bewunderter Tatendrang...

Am Vormittag halfen wir  bei den Baumfällaktionen, die den Holznachschub für die Einbauten sicherten. Nils und ich bauten dann noch die Seilstrecke des Schachtes aus, und nach einem kurzen Vesper war die Übung auch schon zu Ende.Traverse im hinteren Bergwerksteil

Dieser Besuch diente nicht nur dem Austausch von Know-how oder Techniken, sondern war eine willkommene Gelegenheit, die aufkeimenden Kontakte zu pflegen.
Wir vereinbarten in Zukunft sich weiterhin gegenseitig zu besuchen und alle zwei Jahre eine Rettungsübung ähnlich der im April in der Falkensteiner Höhle durchzuführen. Jeder Höhlenretter ist herzlich eingeladen die Aktionen der jeweils anderen Gruppe zu besuchen. Eric (Chef der elsässer Höhlenrettung) und Nils koordinieren die Besuche.

Eric teilte uns mit, dass er von der gemeinsamen Rettungsübung im Frühjahr seinen Kollegen der französischen Höhlenrettungsorganisation berichtet habe. Dies sei auf ein sehr positives Echo gestoßen.

In Kombination mit dem hervorragenden Wetter war das Wochenende eine vollkommen gelungene Aktion.

Thomas Bernecker
mit Ergänzungen durch
Nils Bräunig