Aktivitäten

Vorführung in Heilbronn

Aus Heilbronner Stimme

Von Suse Bucher-Pinell

Baden-württembergische Höhlenretter demonstrieren ihr Können in Heilbronn - Zwei Leben hängen an einem SeilAufbau des Gegengewichtssystems

Platzangst dürfen sie nicht haben. Wenn die Höhlenretter des Malteser Hilfsdiensts aus Uhingen gerufen werden, kann es gut sein, dass die Durchgänge zu den Verletzten so eng sind, dass sie sich nur mit Mühe durchzwängen können. Am Samstag zeigten sie ihr Können in Heilbronn.
 

Die Rettungsaktion am Samstag beim Hoffest der Malteser spielte sich nicht unter der Erde, sondern in in luftiger Höhe ab. Bergung eines Verletzten mit Seil und Trage simulierten die Männer und Frauen unter gespannten Blicken der Zuschauer. Aufstieg am Seil

Jeder Handgriff muss sitzen. "Zwei Leben", erklärt Ausbildungsleiter Nils Bräunig, "hängen an einem Seil."

Im Schnitt drei Mal im Jahr wird die Malteser Höhlenrettung zu einem Einsatz gerufen. "Zwei Mal davon sind es nervöse Angehörige, die uns alarmieren ", erzählt Zugführer Dr. Jens Hornung. Manchmal vergäßen Höhlengänger einfach, sich zuhause zurückzumelden, ehe sie sich ein Bier in der Kneipe genehmigen.

Das statistisch dritte Mal sei aber tatsächlich jemand verletzt. " Das kann ein Profi-Höhlenforscher sein, der durch Steinschlag zu Schaden gekommen ist, genauso wie ein Familienvater auf Erlebnistour mit seinen Kindern, der zu leichtsinnig war", erzählt der Geologe.Rettung aus dem Seil

Schon eine einfache Rettung dauerte fünf bis sechs Stunden. "Ein bis zwei Stunden gehen oft schon für die Anfahrt drauf." 2200 Höhlen gibt es allein auf der Schwäbischen Alb. 36 Stunden aktiv waren die Malteser bei ihrem großem Einsatz in der Falkensteiner Höhle bei Urach vor sechs Jahren.

Zwei Leute waren in der Wasserhöhle von der Schneeschmelze überrascht worden. Beim jüngsten Unglück in Frankreich, als Wassereinbruch einer Forschergruppe den Rückweg abgeschnitten hatte, haben die
 Baden-Württemberger ihre Hilfe zwar angeboten, wurden aber nicht angefordert.Patient wird in Trage gelagert

 "Selbst kleine Verletzungen ", erklärt Ausbildungsleiter Nils Bräunig, "können in einer Höhle zum Problem werden." Stärkster Feind ist die Unterkühlung.

Bei gleichbleibend acht Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit unter der Erde sinkt bei einem Verletzten die Körpertemperatur schnell bedrohlich ab. Atemluftwärmer, Wärmekissen, warme Getränke im Rettungsgepäck sollen davor bewahren.