Rettungsseminar 2008 in Böttingen

Höhlenretter bereiten sich auf Prüfung vor

Steinbruch

SchachteinbauTraditionell treffen sich die Mitglieder der Malteser Höhlenrettung rund um den 1. Mai zum Rettungsseminar im Vereinsheim der ArGe Grabenstetten. In diesem Jahr steht die Vorbereitung auf die im Herbst stattfindende nationale Prüfung zum Höhlenretter nach HRVD im Mittelpunkt der Aktivitäten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag

Nachdem am Mittwoch Abend die ersten Retter bereits die hervorragende Küche der Brüder Eckardt genießen durften, startete die Gruppe am 1. Mai mit medizinischen und organisatorischen Aufgabenstellungen die prüfungsnahe Ausbildung.

Aufbau Stahlseilbahn

Am Nachmittag wurden dann technische Stationen im nahegelegenen Steinbruch absolviert. Das Ablassen eines Notarzt die Steilwand hinunter zum Patienten, der Einbau eines Schachtes zur Befahrung, das Setzen von Bohrankern und der Aufbau einer Stahlseilbahn galt es zu bewältigen.

Ablassen des Notarztes

Anfängliche Probleme, sich auf die Prüfungssituation einzustellen, verflogen schnell und alle Höhlenretter waren sich einig, dass sie bereits an diesem ersten Tag einen großen Lernerfolg erzielen konnten. Manch technisches Detail konnte verbessert werden und insbesondere die Zusammenarbeit im Team wurde gestärkt.

Bohrausbildung

Das hervorragende Wetter und die konzentrierte und doch auch sehr lockere Atmosphäre machten diesen Tag zu einem vollen Erfolg.

Freitag

Heute wurde die prüfungsnahe Stationenausbildung fortgesetzt. Neben einer Vielzahl technischer Themen kam natürlich die medizinische Patientenversorgung nicht zu kurz. Die Erstversorgung eines Verunfallten, die Betreuung Unterkühlter und die Immobilisation verletzter Körperteile standen unter Anderem auf dem Programm.

Flexible Trage im Einsatz

Orientierungsaufgaben in und außerhalb der Höhle und Fragestellungen zur Organisation der Malteser Höhlenrettung, eines Einsatzes sowie des Höhlenrettungsverbundes galt es ebenfalls zu meistern.

Zugsystem komplett Aufbau

Bei weiterhin schönem Wetter und hoch motivierter Mannschaft wurden alle Stationen ohne Probleme bewältigt. An einigen Stellen konnten die Teilnehmer persönlichen Nachholbedarf entdecken und teilweise auch in anschließenden Übungen diese Lücken sofort schließen.

Samstag

Nun galt es die trainierten Techniken unter Höhlenbedingungen anzuwenden. Dazu wurden zwei nahegelegenen Höhlen aufgesucht. Ein kleines Team übte den Vorstoss in knapp 40m Tiefe.

Der größere Teil der Mannschaft führte die medizinische Versorgung und die Rettung einer verunfallten Person aus einem Horizontalteil und anschließendem Transport über einen 8m tiefen Schacht durch. Bereits eine Stunde nach Einstieg der ersten Retter in die Höhle war die Patientin komplett versorgt und in die Trage eingebunden.

Diese Zeit nutze das Team am Höhleneingang, um das Zugsystem und ein redundantes Sicherungssystem aufzubauen.

Zügig aber mit der notwendigen Sorgfalt wurde dann die Trage durch den Schacht ans Tageslicht befördert.

Nach einer kurzen Pause wurde gewechselt und drei Retter begaben sich in den 40m Schacht. Die Anderen übten erneut die Versorgung und Rettung der Patientin.

Den Abschluss bildete die knifflige Rettung einer Person, die zufällig in den Schacht gefallen war und ohne Gurtzeug in 3m Tiefe im Schacht verklemmt lag. Das Risiko, dass sie weitere 5m abstürzte und sich dabei schwer verletzte war groß. Kopfüber arbeitenden gelang es den Kräften, die Person vor weiterem Absturz zu sichern und sie anschließend aus dem Schacht zu retten. Zum Glück war es nur die Abschlussaufgabe eines sehr erfolgreichen Übungstages der Malteser Höhlenrettung.


Abschließend sei den Organisatoren und den Teilnehmern gedankt für die hervorragende Vor- und Mitarbeit! Es war ein arbeitsreiches und schönes Seminar, dass uns wieder einmal bewiesen hat, dass aufgrund des guten Ausbildungsstands und Teamgeistes die Gruppe jedem Einsatzfall gewachsen ist.