Einsätze

06.01.2008  Hochwassereinschluß im
Verneau-System (Frankreich)

Über die Kollegen der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. wurden wir angefragt, die französischen Kollegen bei Bedarf zu unterstützen. Die Gruppe befand sich so einige Zeit in Alarmbereitschaft.
Die großangelegte Rettungsaktion konnte jedoch ein glückliches Ende finden, da die Vermissten unverletzt mit eigenen Kräften die Höhle verließen.

Hier nun eine Übersetzung des Artikels unserer französischen Kollegen:

Sonntag, den 6. Januar 2008

Eine Mannschaft von 6 örtlichen und erfahrenen Personen ist nicht aus einer Traverse Biefs Boussets – Baudin (Doubs) zurückgekommen. Es handelte sich um eine Forschungstour in fossilen Galerien, während der Kletterstellen geplant waren. Es herrscht Tauwetter und Regen, alle Flüsse des Departements führen Hochwasser. Sie stehen wahrscheinlich hinter tiefen überfluteten Gangstrecken.

Der Rettungspläne des Präfekten wurden um 14.15 Uhr eingeleitet.

Eine Aufklärungsmannschaft von 4 Rettern des SSF ist über den Eingang des Biefs eingestiegen. 2 Retter sind wieder herausgegangen, nachdem sie alle Schächte ausgerüstet haben, die außer Hochwasser lagen. Die beiden Anderen setzten die Suche fort. Sie sind mit dem Höhlenfunksystem Nicola ausgerüstet, aber wir warten nicht auf Nachrichten ihrerseits für mehrere Stunden.

Eine zweite Mannschaft ist über Baudin eingestiegen, aber sie musste wegen dem Wasserstand zurückkehren.

Verstärkung aus dem Jura ist unterwegs, unter anderen mit Kommunikationsausrüstungen vom Typ „Nicola“, um die Kontaktmöglichkeiten mit der Aufklärungsmannschaft zu erhöhen. Mannschaften für Opferunterstützung und eine medizinische Mannschaft des SSF 25 sind ebenfalls bereit einzugreifen, sobald der Kontakt hergestellt wird.

Montag, den 7. Januar – 09.00 Uhr

Eine Mannschaft von drei Höhlenrettern ist heute früh um 2 Uhr losgegangen, um in den Sammler einzutreten, in den Salle des Patafouins zu gehen, und eventuell die voute mouillante zu passieren. Sie sind bis zum Sammler angekommen. Aber da sie die Flut ankommen sahen, haben sie knapp die Zeit gehabt, umzudrehen, und sie laufen nun zum Ausgang. Die Wasserstände sind dauernd unter Beobachtung, weil es immer noch viel regnet.

Das Kommunikationssystem ist nun auf der Oberfläche installiert und das System der Tiefe passt gut. Die Überwachung in Baudin läuft weiter mit dem Nicola.

Das SSF hat das Netz Nicola und Ausrüstungen aufgestellt, um sie heraus zu holen.

26 Höhlenretter sind vor Ort, davon 4 unter Erde (1 (…) Nicola und die Spitzenmannschaft). Die anderen Retter teilen sich die Steuerung am PC, die Kommunikationsversuche mit der gesuchten Mannschaft, die Überwachung der Wasserstände und die Logistik der Oberfläche.

Das Spéléo Secours Français plant die Sendung von zusätzlichen Mannschaften am Ende des Nachmittags. Der letzte Wetterbericht von Météo France und das Ansprechverhalten des Hohlraums können nämlich ein günstiges Zeitfenster zu diesem Zeitpunkt ermöglichen.

Dientag, den 8. Januar 2008 – 10.00 Uhr

Im Laufe der Nacht sind mehrere Aufklärungsmannschaften in den Hohlraum eingetreten. Der Fortschritt bleibt schwierig, ist aber nun bis zur „U-Röhre“ möglich, die noch überflutet ist und den Durchgang sperrt.

Um 5.40 Uhr ist eine Mannschaft von 11 Höhlenrettern des SSF, davon zwei Taucher, unter die Erde eingetreten. Ihre Aufgabe bestand darin, das Hindernis zu überwinden, um die Aufklärung fortzusetzen.

Gleichzeitig stößt eine andere Mannschaft von 5 Rettern ab der Grotte Baudin vor und versucht, den Raum „Bon Negro“ zu erreichen.

Nachrichten aus der Post- Siphon- Aufklärung werden gegen den Anfang des Nachmittags erwartet.

68 Retter des SSF sind vor Ort anwesend. Diejenigen, die nicht unter der Erde sind, bereiten den Rettungstransport der 6 Höhlenforscher vor, die seit Samstag eingeschlossen sind, sobald die Verbindung hergestellt wird. Es wird laut Vorhersage mit Wetter ohne Regen bis Mitte Mittwoch gerechnet.

Dienstag, den 8. Januar 2008 – 19.30 Uhr

Um 15.30 Uhr heute Nachmittag haben die beiden Höhlenforscher die Oberfläche mit eigenen Kräften über die Grotte Baudin erreicht. Sie wurden kurz vorher von den Höhlenrettern lokalisiert.

Die anderen vier Personen, die von den Tauchern über die Siphon-Passage gefunden wurden, sind ebenfalls in guter Verfassung. Da der Durchgang inzwischen nutzbar wurde, haben sie den Rückweg nehmen können, nachdem sie wieder aufgewärmt und ernährt wurden. Eine Unterstützungsmannschaft begleitet sie auf ihrem Weg. Ihr Ausgang sollte in der Mitte der Nacht stattfinden.

Übersetzung: Anne und Laurent Francier


Wir gratulieren unseren französischen Kollegen zur gelungenen Rettung. Für die Eingeschlossenen / Befreiten freuen wir uns, dass alles glimpflich abgelaufen ist.

Für den Fall eines langwierigen Transportes hatte die Malteser Höhlenrettung ihre Hilfe zugesagt. Ein Team der Malteser Höhlenrettung bestehend aus Notarzt, Intensivmedizinern, Rettungsassistenten, Seiltechnikern und Taucher war in kurzer Zeit einsatzbereit, gemeinsam mit der Höhlenrettung Baden-Württemberg.

Da die Speleo secours francais den Einsatz wie erwartet beherrscht hat, waren unsere Vorbereitungen eine erfolgreiche Alarmierungsübung.